Valentin Senger
Valentin Senger ( 1918 - 1997) war ein deutscher Schriftsteller russisch-jüdischer Herkunft.
Seine Eltern waren wegen ihrer revolutionären Aktivität aus dem zaristischen Russland über Berlin nach Frankfurt am Main geflohen. Valentin Senger und seine beiden Geschwister waren von klein auf in den Jugendorganisationen der KPD aktiv.
Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, war die Familie wegen ihres kommunistischen Engagements und ihrer jüdischen Herkunft doppelt gefährdet. Dennoch überlebten sie die zwölf Jahre des Nazifaschismus unentdeckt in Frankfurt. Diese wundersame Überlebensgeschichte hat Valentin Senger in seinem Buch „Kaiserhofstraße 12“ geschildert.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus war Valentin Senger bis zum Verbot 1956 als Redakteur der Sozialistischen Volkszeitung (SVZ) tätig. Obwohl Valentin Senger in Deutschland geboren war, wurde ihm wegen seiner Vergangenheit als Kommunist bis 1981 die deutsche Staatsbürgerschaft verwehrt. Erst nach Veröffentlichung des Buches „Kaiserhofstraße 12“ bot man ihm die deutsche Staatsbürgerschaft an.
Insbesondere widmete er sich der Erforschung des jüdischen Lebens in Frankfurt am Main.
Seit 2007 gibt es im Norden Frankfurts eine Straße mit seinem Namen (Valentin-Senger-Straße).
Quelle: Frau Senger
EINE STRASSE ENTDECKT IHREN NAMENSGEBER
Werke Valentin Sengers
■Kaiserhofstraße 12, 1978
■(veröffentlichte Übersetzung):
The Invisible Jew, 1980
■Kurzer Frühling, 1984
■(mit Klaus Meier-Ude): Die jüdischen Friedhöfe in Frankfurt/Main, 1985
■(als Herausgeber): Einführung in die Sozialpolitik. Soziale Sicherheit für alle, 1970
■Die Buchsweilers, 1991
■Das Frauenbad und andere jüdische Geschichten, 1994
■Der Heimkehrer. Eine Verwunderung über die Nachkriegszeit, 1995
■Die rote Turnhose und andere Fahnengeschichten, 1997
Das Buch
Valentin Sengers „Kaiserhofstraße 12" spielt in Frankfurt am Main in den 30er Jahren. Der Schriftsteller Senger erzählt die Geschichte seiner Familie, die unter falschem Namen und mit falschen Papieren die Hitlerzeit überlebt.
Sengers Mutter steht im Mittelpunkt
des Buches, das zuletzt vor mehr als drei Jahrzehnten bei Luchterhand erschien. Jetzt legt es der Schöffling Verlag neu auf.